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Gestaltungsprozess – vom Scribble bis zum Druck
Scribble und Skizze
Zunächst ist es wichtig zu wissen, was genau Sie überhaupt gestalten möchten. Also sollten Sie (grob) den Inhalt kennen und wissen, welches Ziel Sie verfolgen, bzw. was Sie gegenüber dem Betrachter aussagen möchten.
Am einfachsten und übersichtlichsten ist es, wenn Sie sich zuerst Skizzen auf Papier machen und dann mit der Gestaltung am Computer beginnen.
Im Vorfeld müssen Sie sich Gedanken zu dem Format machen, dass Sie verwenden wollen. Soll es ein Flyer in DIN A4 Größe werden, der zweimal gefalzt wird? Eine Postkarte? Ein Buch mit Doppelseiten? Ein Plakat? Oder etwas ganz Anderes? Wie sollen die letztendlichen Maße sein?
Wenn das Format feststeht, sollten Sie sich einen mindestens DIN A4 großen Stapel von Blättern nehmen. Besser geeignet sind jedoch Formate zwischen A3 und A2 für die Scribbles (Skizzen), da man so alles besser auf einen Blick erfassen und eventuelle Bezüge (Pfeile und Anmerkungen) mit einbeziehen kann. Außerdem können so bequem mehrere Ideen in Reihen neben- und übereinander angeordnet werden. Zeichenmaterial wie Bleistift, Radiergummi, Lineal, Tipp-Ex und Stifte zur Einfärbung müssen vorhanden sein. Hierzu eignen sich Buntstifte oder auch Filzstifte und Marker in den passenden Farben.
Es ist immer sinnvoll, unterschiedliche Ideen zu Papier zu bringen, um später auswählen zu können.
Nun beginnen die Scribbles (Skizzen) als eine Art Brainstorming oder Ideensammlung. Sie sollten nur einen Bruchteil der Größe des Originalformats haben. Meistens reicht eine Größe einer Handfläche vollkommen aus. Sie können aber ruhig noch kleiner sein. Es ist nicht von Bedeutung, exakte, kleine Formate zu zeichnen. Vollkommen ausreichend ist eine von Hand gezeichnete, mit Linien begrenzte Fläche.
Wichtig ist nur, dass alle Elemente bequem platziert werden können. Hierzu gehören Texte, Bilder, Grafiken, Überschriften, Seitenzahlen, Tabellen, Farbflächen im Hintergrund usw. Wichtig ist, dass Sie bei den Scribbles nicht das Ziel haben, die richtigen Texte oder Bilder zu verwenden.
Es genügt schon, ein Kästchen mit einem Kreuz als Platzhalter für Bilder zu nehmen. Allerdings fördert es die Vorstellungskraft und den Wiedererkennungswert für Sie selbst, wenn Sie das betreffende Bild grob anskizzieren (zum Beispiel Personen grob als Strichmännchen anordnen, oder eine Landschaft andeuten).
Für Texte verwenden Sie einfache Schlangenlinien oder schraffierte Balken in verschiedenen Dunkelheitsgraden und Größen für Überschriften, Unterüberschriften, Texte und Bildunterschriften. Zur Korrektur eignet sich hier das Tipp-Ex oder das Radiergummi. Für weißen Text auf schwarzem Grund ist ebenfalls das Tipp-Ex ein guter Platzhalter, auf passendem Untergrund funktioniert aber auch ein guter weißer Buntstift (zum Beispiel Polychromos). Als dunklen Untergrund können Sie schwarzen Fotokarton oder Tonpapier verwenden.
Tabellen werden mit Hilfe von Linien und oben genannten Textplatzhaltern angedeutet.
Sie sollten sich, falls Sie sowohl Fotos als auch zeichenhafte Grafiken verwenden, für zwei unterschiedliche Darstellungsweisen entscheiden. Bei Fotos zum Beispiel mit einer anderen Farbe skizzieren als bei Grafiken, oder für Fotos Filzstifte bzw. Marker verwenden und für Grafiken Buntstifte. So behalten sie immer den Überblick.
Größere Farbflächen sollten mit einem Stift angelegt werden, der schnell flächenfüllend arbeitet oder auf Tonpapier zurückgreifen. Allerdings kostet das Ausschneiden und Collagieren immer mehr Zeit. Ziel der Scribbles ist natürlich, innerhalb von wenigen Minuten mehrere Ideen zu Papier zu bringen.
Um eine Dramaturgie innerhalb eines Buches oder eines Heftes zu erzeugen, können Sie später einzelne Ideen ausschneiden und so die Seitenabfolge neu sortieren. Eventuell können gelungene Seitenabfolgen auch auf einen stabilen Hintergrund geklebt werden. Dies sollten Sie allerdings nur machen, wenn Sie sich sicher sind, dass keine weitere Sortierung notwendig ist. Flexibler bleiben Sie mit einzelnen Scribbles.
Der erste Entwurf, das Rohlayout
Auch das Rohlayout sollten Sie noch ohne den Computer anfertigen. Gelungene Scribbles können nun vergrößert dargestellt werden. Die Platzierung und Größe von Elementen kann noch verbessert werden. Auch Farbigkeit und Tonwert sind nun genauer definierbar. Eventuell ist es von Vorteil, statt mit Papier, mit transparenten Folien und Folienstiften zu arbeiten. So können einzelne Elemente schnell verschoben werden.
Layout am Computer
Nun starten Sie ein Gestaltungsprogramm Ihrer Wahl. Am besten eignen sich Programme wie Indesign, da sie auf Vektorbasis arbeiten und gut für den Schriftsatz geeignet sind. Außerdem haben Sie hier die Möglichkeit, eine Abfolge von Seiten zu gestalten und die Abfolge auch nachträglich zu ändern. Auch Doppelseiten können auf einen Blick angezeigt werden.
Gerade in Indesign ist es zum Beispiel möglich, Musterseiten zu erstellen. So können Elemente, die auf jeder Seite erscheinen sollen, vorher angelegt werden.
Wichtig ist hier, dass mit Rastern und Hilfslinien gearbeitet wird. Die Grundlinien für Texte oder auch vertikale und horizontale Hilfslinien helfen Ihnen, Objekte auszurichten und maßgenau zu platzieren. Schon beim Anlegen des Dokuments, sollten Sie auf die Beschnittzugabe achten. Falls Sie bestimmte Objekte vorher genau skizziert haben, können Sie diese einscannen und mit Vektoren nachzeichnen.
Manchmal ist es hilfreich, bei vielen unterschiedlichen Gestaltungselementen mit Ebenen zu arbeiten. Jede Gruppe von Elementen hat dann eine Art Folie und diese Folien liegen übereinander, so dass sich das gesamte Layout ergibt.
Die Bilder, die Sie hier verwenden, können geringe Qualität haben. Die Originalbilder in der letztendlichen Datei müssen allerdings eine ausreichende Auflösung haben. Hierzu finden Sie Informationen unter dem Menüpunkt Gestaltung (Grundlagen – Bilder).
Texte die Sie benutzen, können durchaus Blindtexte sein. Dies sind Texte, die keinen bestimmten Sinn ergeben. Allerdings ist es wichtig, Texte in der gleichen Sprache wie bei der späteren Originalversion zu verwenden, da jede Sprache ein ganz eigenes Wort- und Textbild abgibt.
Auf dieser Webseite finden sie ausführliche Tutorials (Programmhilfen) die Ihnen bei der Gestaltung helfen werden.
Letztendliches Layout
Hier werden nun die Originaltexte verwendet, ebenso wie die richtigen Grafiken und Fotos mit guter Auflösung. Die Gestaltungselemente müssen endgültig positioniert sein.
Reinzeichnung
Wenn das Layout fertig gestellt ist, gibt es noch viele Dinge, die Sie beachten müssen:
Wird die verbindliche Position aller zu druckenden Elemente (Schrift, Farbflächen, Bilder) festgelegt? Sind die Grafiken und Bilder, die Sie in das Dokument geladen haben, noch richtig verknüpft? Sind die richtigen Schriften angegeben und verknüpft? (Hierzu gibt es eine Funktion, die alle Ihre Bilder, Schriften usw. sammelt und in einen Ordner verpackt)
Haben Sie Ihre Texte Korrektur gelesen oder lesen lassen? Haben Sie die Vektorgrafiken so weit reduziert, dass es keine überflüssigen Ankerpunkte gibt? Haben bestimmte Grafiken noch farbige Konturen, die unerwünscht sind?
Es muss ebenfalls geklärt werden, ob irgendwo im Dokument noch durchsichtige oder überflüssige Objekte (Zeichnungen, Texte, etc.) liegen, die nicht mehr gebraucht werden. Am besten speichern sie eine Art Arbeitsdokument mit allen Hilfestellungen und Objekten, die Sie für die Arbeit am Layout brauchten und zusätzlich ein Enddokument, das vollkommen sauber von überflüssigen Elementen ist. Verwenden Sie den Vierfarbraum CMYK? Soll das Layout am Tintenstrahldrucker gedruckt werden oder im Web gezeigt werden? Verwenden Sie Sonderfarben von Pantone oder HKS? Oder möchten Sie ein Layout das nur aus Graustufen besteht? Sind alle Farben korrekt angelegt? Farbflächen und Linien mit CMYK sollten möglichst gerade Werte enthalten. Werte wie 48% sollten so selten wie möglich vorkommen, da es für den Offsetdrucker schwierig ist, solch ungerade Werte genau zu treffen. Vor allem in Logos. Auch Sonderfarben müssen extra angelegt sein.
Falzmarken, Beschnittmarken, Passmarken, Farbkontrollstreifen und andere Seiteninformationen müssen vorhanden sein. (Beim Inhousedruck benötigen Sie wahrscheinlich nicht alle Punkte, für den Offsetdruck jedoch sind sie enorm wichtig.)
Schauen Sie sich zum Thema Reinzeichnung bitte auch den Artikel zum Thema Checkliste für den professionellen Druck an!
Druck
Es kommt darauf an, ob Sie kleine Auflagen im Inhousedruck produzieren, wofür sich der Laserdruck anbietet, oder größere Aufträge in den externen Druck geben möchten. Beim Offsetdruck werden Filme belichtet und Druckplatten erstellt, die jede der vier Farben von CMYK nacheinander auf das zu bedruckende Material aufträgt. Auch Sonderfarben können hier gedruckt werden.
Mehr Informationen zum Druck finden Sie unter Produktion.
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