Kompositionsachsen

Für die Blickführung  auf Bildern (zum Beispiel Fotografien) und in Layouts (Briefen, Broschüren, Plakate, uvm.), sind Achsen von großer Bedeutung. Man spricht von Kompositionsachsen oder auch Bildachsen. Sie gliedern die Gestaltung und können bestimmte Stimmungen bzw. Anmutungen erzeugen.

Auf Fotos lenken sie den Blicks zu bestimmten Punkten. Sei teilen sowohl auf Bildern als auch im Layout die gestaltete Fläche in regelmäßige oder unregelmäßige Einheiten. Auf diese Art können sie statischen Aufbau oder dynamischen, offenen Aufbau betonen.

Ausrichtung

Besonders beim Layout werden Elemente wie Logos, Schriftfelder, Bilder und  grafische Elemente wie zum Beispiel Linien an diesen Achsen ausgerichtet. Teilweise reicht die korrekte mathematische Ausrichtung aus, häufig sollte aber im Nachhinein noch nach Augenmaß korrigiert werden. Dem Auge erscheint das Logo, das vorher korrekt an der Achse ausgerichtet war, evtl. verschoben. Wenn es minimal weggerückt ist, nimmt das Auge jedoch an, es säße genau auf der Achse. Solche optischen Täuschungen sollten berücksichtigt werden.

Steigende und fallende Achsen

In europäischer Leserichtung ausgerichtete, also von links nach rechts steigende Achsen, werden als positiv, aufstrebend, fortschrittlich und freundlich empfunden. Abfallende hingegen deuten eher eine negative Stimmung und – wie der Name schon sagt – Abfall an. In einem Layout kann eine solche fallende Achse, die zur rechten unteren Ecke führt, das Auge schnell aus selbigem herausführen. Dies ist in den meisten Fällen nicht gewünscht, da der Leser bzw. Betrachter so lange wie möglich im Layout gehalten werden soll.
Es gibt jedoch Fälle, in denen abfallende Achsen positiv wirken. Zum Beispiel wenn sie fallende Preise symbolisieren.

Gewichtung

Achsen können eine Gewichtung innerhalb von Bildern oder Layouts erzeugen. Es ist daher vor allem wichtig, darauf zu achten, dass die Gestaltung nicht nach links oder rechts „kippt“ und so kein stimmiges und angenehmes Umfeld für den Blick erschaffen kann.
Senkrechte und waagerechte Achsen erzeugen Statik, aber auch Halt und Bodenständigkeit. Dynamische Achsen lassen ein Bild oder Layout lebendig wirken. Um auch einem dynamischen Layout Halt zu geben, können diese Achsen durch wenige statische ausgeglichen werden. Ein Plakat kann zum Beispiel offen und bewegungsreich sein, aber am unteren Rand eine Waagerechte – zum Beispiel einen Schriftzug – aufweisen, die dem Ganzen Stabilität verleiht.
Bildachsen stimmen nicht immer mit einem Gestaltungsraster überein. Häufig sind Raster aus waagerechten und senkrechten Hilfslinien aufgebaut, die Kontinuität und eine Art roten Faden in der Gestaltung erzeugen. Layouts, die auf Rastern basieren, wirken meist frischer, wenn eine Gestaltungsachse sie durchbricht und wenige Elemente aus statisch gestalteten Bereichen heraus ragen.
Im Folgenden sehen Sie einige Beispiele für Bild- und Layoutachsen.

 


Beispiel: Steigend und fallend

Dieses Bild zeigt Ihnen die grobe Ausrichtung eines Layouts. Hier sehen Sie einerseits steigende und fallende Linien, wie auch Bögen. Besonders der steigende Bogen wirkt sehr dynamisch, bewegt und schwungvoll, wohingegen die steigende Linie einen strengen und unbeirrten Anstieg symbolisiert.
Der seichte Abfall des anderen Bogens wirkt nicht ganz so dramatisch und unbremsbar.

Beispiel: Achsenzusammenstellung

Bei beiden Beispielen die Sie unten sehen, bildet der untere Bereich mit Waagerechten einen Ruhepol.
Das rechte Bild zeigt eine lockere und dennoch auf einen Blickfang fokussierte Achsenausrichtung.
Das linke Bild wird im oberen Bereich von ansteigenden Achsen bestimmt. Neben den Waagerechten wird es noch rechts und links von zwei Senkrechten gehalten.

Im Allgemeinen gilt: Wenn ein ausgewogenes Layout gewünscht ist, sollte auf eine harmonische Verteilung der Achsen geachtet werden. Ruhepole sollten sich mit auflockernden Bereichen abwechseln. Falls die Aussage eines Layouts chaotisch sein soll, bieten sich Diagonale Achsen an. Bei eher konservativen oder strengen Inhalten, kann man auf Waagerechte und Senkrechte in einem ganz bestimmten Raster zurückgreifen. Allerdings können in diesen geordneteren Gestaltungen auch – wie oben schon genannt – dann und wann Elemente auftauchen, die aus dem Raster fallen.



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