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Checkliste für professionellen Druck
Wenn sie größere Auflagen drucken möchten oder Formate, die der Inhousedruck nicht bieten kann, so kann die folgende Checkliste Ihnen helfen. Wir zählen hier auf, welche wichtigen Dinge Sie beachten sollten, wenn Sie mit dem professionellen Druckservice kommunizieren. Bei den folgenden Punkten handelt es sich vor allem um Hilfestellungen zum "Offsetdruck". Die meisten Punkte helfen allerdings auch bei anderen Druckarten.
Im Vorfeld ist es wichtig zu wissen, dass professionelle Reinzeichnung möglich ist. Einige Agenturen haben sich sogar auf dieses Gebiet der Druckvorstufe spezialisiert und bereiten ihre Daten für den professionellen Druck vor. Wenn Sie sich dennoch selbst diesem Thema widmen möchten, so kann Ihnen diese Checkliste weiterhelfen.
Lesen Sie zu diesem Thema auch den Artikel Druckvorstufe. Er enthält wichtige Informationen zur Auf- und Vorbereitung von Druckdaten!
Anlage des Originaldokuments
Welches Gestaltungs- bzw. Satzprogramm wurde verwendet?
Format
Beschnittzugabe
Farben (Vierfarbdruck, Sonderfarben)
Bilder (Fotos?) und Grafiken
Gibt es Bilder, die im Anschnitt stehen?
Brauchen die Fotos Retouche?
Schriften
Soll etwas ausgestanzt oder geprägt werden?
Sind Falzungen notwendig?
Soll die Publikation gebunden werden?
Benötigt die Publikation Veredelungen?
Zu den genannten Punkten finden Sie im Folgenden nähere Information.

- Für die Auswahl der richtigen Sonderfarben gibt es von Pantone oder HKS Farbfächer.
Farben
Farbwahl (CMYK, Sonderfarben?)
Beim Vierfarbdruck (CMYK) wird für jede der vier Prozessfarben eine Druckplatte hergestellt. Nacheinander werden so die Farben auf das Papier aufgebracht.
Sollen später beim Druck bestimmte Sonderfarben (z.B. für ein Logo) mit dem Vierfarbdruck (CMYK) kombiniert werden, weil der Vierfarbdruck das Logo nicht korrekt wiedergeben würde?
Soll es Farben geben, die sich zum Beispiel durch Glanz von sonst matter Oberfläche abheben?
Überprüfen Sie ihre Farbpalette mit Farbanpassungsmethoden (z.B. bei Sonderfarben mit dem Pantone oder HKS-Farbfächer, oder im Vierfarbdruck mit dem Prozessfarbendiagramm). Der Bildschirm zeigt nicht die tatsächlichen Farben, da er mit Licht arbeitet (additives Farbmodell).
Jede Seite muss gut auf Farbseparation überprüft werden. Es ist es von Nachteil zum Beispiel für Grafiken krumme Prozentangaben bei den CMYK Werten zu wählen.
Bei Fotos werden alle Kanäle (CMYK) benötigt um eine gute Farbtiefe zu erzielen.
Bilder und Grafiken
Brauchen Sie Bilder bzw. Grafiken? Müssen diese gescannt werden?
Scannen Sie selbst oder benötigen Sie dafür einen Dienstleister?
Welche Auflösung haben die Grafiken? Für den Offsetdruck werden Bilder mit mindestens 300dpi benötigt.
Haben die Grafiken den richtigen Maßstab?
Überprüfen sie nach Beendigung der Gestaltung die Verknüpfungen von Grafiken uns Schriften! Evtl. haben Sie Grafiken während des Gestaltungsprozesses geändert und müssen diese aktuell verknüpfen!
Die Grafiken für den Offsetdruck müssen im CMYK Farbraum vorhanden sein.
Schriftwahl
Welche Schriften benötigen Sie?
Müssen Sie diese Schriften kaufen, oder haben Sie sie?
Benutzen Sie immer nur ein Minimum an unterschiedlichen Schriften, das wirkt professioneller als wilder Schriftmix.
Korrektur lesen
Rechtschreibung prüfen! Änderungen während oder zum Ende des Druckvorgangs hin sind sehr kostspielig! Lassen Sie eventuell andere über ihre Texte lesen, oder beauftragen Sie bei größeren Textmengen eine professionelle Korrektur.
Papierwahl
Art des Papiers?
Farben?
Bedruckbarkeit?
Glänzend oder matt?
Gestrichen oder ungestrichen?
Ungestrichenes ist natürlich und saugstark.
Gestrichenes ist oberflächenbehandelt und beschichtet (zum Beispiel mit Bindemitteln). Die Beschichtung kann ein- oder beidseitig sein. Die Bedruckbarkeit ändert sich ebenso wie die Haptik. Auch Glätte und Weißgrad ändern sich.
Soll ein eventuelles ungestrichenes Papier satiniert (leicht oberflächenbehandelt) sein?
Welche Haptik soll das Papier haben?
Lässt sich ihr Anspruch an Dicke und Haptik mit der Verarbeitung vereinbaren? Zum Beispiel beim Buchbinden?
Soll Ihr Papier durchscheinend oder opak sein?
Gefärbte Papiere sind weniger durchscheinend
Opake Papiere bieten sich vor allem für solche Publikationen an, bei denen Vorder- und Rückseite variabel mit Texten und Bildern gestaltet sind, so dass diese nicht durchscheinen sollen.
Auch das Gewicht des Papiers (Grammatur, Gramm pro Quadratmeter) ist wichtig. Es ist ausschlaggebend für Dinge wie das Aussehen des Papiers, seine Stabilität und Robustheit, Falzfähigkeit und für den Transport bzw. den Versand.
Wichtige Papiergrammaturen:
65 g/qm bis 135 g/qm: Flugblätter, Flyer, Inlets von Zeitschriften
100 g/qm bis 120 g/qm : Plakate
135 g/qm bis 300 g/qm: Umschläge und Karten
Wie oft kann ein Bogen gefalzt werden bei welchem Gewicht?
1-Bruch bis 170 g/qm
2-Bruch bis 135 g/qm
3-Bruch bis 110 g/qm
4-Bruch bis 80 g/qm
Welche Laufrichtung des Papiers wird benötigt?
Hat der Druckservice das Material vorrätig?
Bindung
Wird eine Bindung benötigt?
Wenn ja, welche? (möglich wären: Spiralbindung, Klebebindung, fester Einband, etc.)
Müssen die Drucke gefalzt (gefaltet) werden?
An welchen Stellen müssen die Drucke beschnitten werden?
Druckdateiformat
Welches Dateiformat wird zum professionellen Druck benötigt? (z.B. PDF) Fragen Sie Ihren Druckservice. Zur Erstellung einer professionellen PDF für den Druckservice brauchen Sie den Adobe Acrobat Distiller. Änderungen können nur an der Originaldatei, nicht aber an der PDF vorgenommen werden.
Optimierung der Originaldatei für die Druckdatein
Ist das richtige Format in der Datei festgelegt?
Ist die Seitenausrichtung richtig? (Hoch- oder Querformat?)
Beträgt die Druckgröße 100%?
Sind Falzmarken vorhanden, zum Beispiel für Briefbögen oder Flyer?
Beschnittzugaben?
Beschnittmarken zur Definition des wegzuschneidenden Bereichs?
Passermarken zur genauen Ausrichtung der Druckplatten?
Farbkontrollstreifen?
Weitere Seiteninformationen die mitgedruckt werden sollen?
Damit keine Blitzkanten entstehen (dünne weiße, unbedruckte Bereiche am Rand der Publikation), benötigen Sie die Funktion Überdrucken, Aussparen oder Überfüllen. Die Druckmaschine zieht das Papier minimal verschoben ein, dies wird dadurch einkalkuliert.
Überdrucken:
Dies funktioniert nur bei schwarzen Objekten. Die anderen drei Prozessfarben sind lasierend, d.h. wenn sie sich mit einem anderen farbigen Bereich überschneiden, so entsteht eine Mischfarbe aufgrund der fehlenden Deckungskraft. Gelbe Fläche überschneidet blaue Fläche, das bedeutet, dass eine grüne Übergangsfläche entsteht.
Aussparen und Über- bzw. Unterfüllen:
Farbige Fläche auf farbigem Hintergrund ergibt besagte Mischfarbe, also muss der Hintergrund ausgespart bzw. ausgelassen werden. Bei minimaler Verschiebung der Druckplatten kann es so wiederum zu Blitzern kommen. Um dies zu vermeiden muss über- oder unterfüllt werden. Überfüllung gilt, wenn die vordere Farbe heller als die hintere ist. Unterfüllt wird bei dunklem Vordergrund und hellem Hintergrund.
Der Druckservice benötigt für jede der vier Prozessfarben (CMYK) eine seperate Datei. Hierzu müssen jeweils die drei restlichen Farbkanäle beim erzeugen der Druckdatei ausgeschaltet werden.
Außerdem muss die Druckdatei mit dem Druckerprofil Ihres Druckservice angelegt werden. Fragen Sie hierzu den betreffenden Service!
Informieren Sie sich
Hat der Drucker Tipps, wie sie Kosten einsparen können?
Anzahl der Drucke?
Wie lauten die genauen Preisangaben für alle Arbeitsschritte und für das Material?
Lassen Sie sich immer genaue Termine nennen.
Veredelungsmöglichkeiten
Stanzen:
Für Bereiche die nach dem Druck gestanzt werden sollen, muss eine seperate Datei angelegt werden.
Prägen (Concav):
Hier werden Bereiche mit technischen Hilfsmitteln eingedrückt, so dass sie tiefer liegen. Dies wird zum Beispiel für die Gestaltung von Bucheinbänden verwendet, da das Material natürlich recht dick und stabil sein muss. Außerdem gibt es die Möglichkeit der Farbprägung. Bei der Heißprägung wird dabei eine Farbfolie zwischen Bucheinband und Prägestempel gebracht. Prägen kann man sowohl Schriftzüge (in entsprechend großer Größe), als auch Logos, Wappen oder andere Bilder, die klare Umrisse haben und entweder blind oder nur aus einer Farbe geprägt werden können. Die Prägung muss sich deutlich vom geprägten Material abheben können. Häufig wird auf der Buchvorderseite oder auf dem Buchrücken geprägt, aber auch Verpackungen aus entsprechend robustem Material können Träger sein.
Hervorherben (Convex):
Ein Bereich (zum Beispiel ein Logo oder Schriftzug) wird mit einem Material unterlegt. Dies kann zum Beispiel eine 1mm dicke Pappe sein. Die Form des Unterlegten darf natürlich nicht zu komplex oder fein sein, da sie sonst leicht zerreißt oder zerbricht. Später wird dann zum Beispiel ein Bezugspapier aufgebracht, das den convexen Bereich überdeckt, exakt angerieben wird und sich so das Logo oder der Schriftzug hervorhebt.
Spezielle Farbeffekte:
Es ist möglich, mit glänzender Farbe auf matten Untergrund zu drucken und damit ein Objekt hervorzuheben. Sonderfarben wie silber und gold erzeugen einen edlen Eindruck. Es gibt sogar Farben, die Duftstoffe absondern oder metallisch erscheinen. UV-Lacke lassen sich schnell verarbeiten, da sie mit Hilfe von UV-Licht sehr schnell trocknen.
Folienkaschierung:
Das Material wird mit einer Folie überzogen, die die Publikation dauerhaft vor Schmutz, Feuchtigkeit und Abnutzung schützt.
Perforation:
Zum Abtrennen von Seitenteilen, Ecken oder Streifen. Ein Beispiel wäre das Kalenderblatt oder ein Postkartenblock.
Rutschhemmende Gummierung:
Wie zum Beispiel bei Schreibtischunterlagen oder Mousepads wird hier ein Gummi aufgetragen, das an der Unterseite für einen Anti-Rutscheffekt sorgt.
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