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Retuschieren von Fotos und Farbkorrektur
Retuschieren
Mit Retuschieren wird der Prozess bezeichnet, bei dem Bilder geändert werden, um sie zu optimieren. Dazu gehört das Entfernen oder Ausbessern von Artefakten, die die Kamera oder der Scanner im Bild verursacht. Sie möchten möglicherweise störende Objekte im Bild, Fehler im Motiv, von der Kamera aufgenommene, vom Auge jedoch herausgefilterte Details oder Farbfehler ändern oder entfernen. Die Kunst des Retuschierens liegt darin, dass diese Änderungen unbemerkt bleiben. Einige Änderungen lassen sich schnell und einfach vollziehen, während andere viel Mühe und Zeit kosten. Das Restaurieren alter Fotografien beispielsweise beansprucht viel Zeit und erfordert höchste Konzentration. Es gibt einfache und sehr komplizierte Techniken des Retuschierens.
Hier erfahren Sie, wie Sie Auswahl- und Löschmethoden zu Retuschezwecken anwenden können. Darüber hinaus lernen Sie, wie die Werkzeuge Ausbessern, Reparatur-Pinsel, Kopierstempel und Bereichsreparatur-Pinsel aus der Retuschieren-Werkzeuggruppe verwendet werden. Außerdem werden Ihnen einige Grundkenntnisse der Farbtheorie vermittelt, und Sie lernen die Kunst der Farbkorrektur kennen.
Retuschieren mit Auswahl- und Löschwerkzeugen
In dieser hoch technologischen Zeit mit komplexen Programmen wie Photoshop werden die einfachsten Lösungen häufig einfach übersehen. In diesem Abschnitt retuschieren Sie ein Foto, indem Sie mit dem Auswahlrechteck-Werkzeug eine Auswahl vornehmen, mit dem Pipetten-Werkzeug eine Farbe wählen und dann die Hintergrundfarbe löschen.
Setzen Sie entweder Photoshop auf die Standardeinstellungen zurück, oder setzen Sie beim Durchgehen dieser Lektion alle Werkzeugoptionen zurück.
Beginnen Sie, indem Sie wie nachfolgend beschrieben eine Arbeitskopie einer Bilddatei erstellen:
1. Öffnen Sie in Photoshop die Datei OldBuilding-orig.jpg, und wählen Sie dann Bild > Bild duplizieren.
2. Speichern Sie die Kopie unter OldBuilding-working.psd. Lassen Sie die Originaldatei zu Referenzzwecken geöffnet.
3. Drücken Sie gegebenenfalls die Taste D, um als Vordergrund- und Hintergrundfarbe die Standardeinstellung Schwarzweiß zu verwenden.
Sie werden gleich mit dem Pipetten-Werkzeug die Farbe rechts neben dem zerbrochenen Glasfenster aufnehmen und diese Farbe dann in die Hintergrundfarbe ändern. Sie sollten dabei ein Auge auf die Farbwerte werfen, um einen Eindruck der Farbe im Bild zu erhalten. In diesem Beispiel werden Sie feststellen, dass die Farbe im Fenster zwar dunkel ist, jedoch nicht schwarz. Dadurch dass Sie die Farbe des Originalbilds verwenden, geht diese Retusche eher unbemerkt vonstatten.
Möglicherweise finden Sie es in diesem Beispiel schwierig, die Auswahl innerhalb des Fensters vorzunehmen, da es sich am Rand der Arbeitsfläche befindet. Auf die folgende Weise können Sie zusätzliche Arbeitsfläche schaffen, ohne die Option zur Änderung der Arbeitsflächengröße verwenden zu müssen:
1. Vergrößern Sie das Dokumentfenster der Arbeitskopie, um den grauen Bereich um das Bild anzuzeigen. Sie können entweder die untere rechte Ecke des Dokumentfensters ziehen oder auf die Maximieren-Schaltfläche des Dokumentfensters klicken.
2. Wählen Sie das Freistellungswerkzeug aus, und zeichnen Sie um das gesamte Bild.
3. Ziehen Sie das kleine Rechteck rechts weiter nach rechts, um den Freistellungsbereich, wie in Abbildung 3-1 gezeigt, zu vergrößern.

- Abbildung 3-1: Freistellen zum Vergrößern der Arbeitsfläche
4. Doppelklicken Sie in den Bereich, oder drücken Sie für die Freistellung die Eingabetaste.
Beachten Sie, dass die Farbe der erweiterten Arbeitsfläche mit der Hintergrundfarbe identisch ist. Wenn die Arbeitsfläche in einer anderen Farbe angezeigt werden soll, ändern Sie vor der Freistellung die Hintergrundfarbe. Wenn Sie mit dem Retuschieren fertig sind, können Sie das Bild zuschneiden, um die überflüssige Arbeitsfläche zu entfernen.
Gehen Sie wie folgt vor, um an der Arbeitskopie einige einfache Verbesserungen vorzunehmen:
1. Vergrößern Sie mit dem Zoom-Werkzeug oder der Navigator-Palette den oberen rechten Bereich des Hauses mit dem Fokus auf der zerbrochenen Glasscheibe, wie in Abbildung 3-2 dargestellt.

- Abbildung 3-2: Retuschebereich
2. Wählen Sie in der Werkzeugpalette das Pipetten-Werkzeug, und führen Sie das Werkzeug dann über die dunkelste Stelle im Fenster. Beobachten Sie die RGB-Farbwerte (Rot, Grün, Blau) in der Info-Palette. Schwarz wird durch „RGB 0, 0, 0“ repräsentiert.
3. Wählen Sie das Pipetten-Werkzeug, um eine repräsentative Farbaufnahme zu erhalten. Es muss nicht genau die sein, die im Beispiel dargestellt ist.
4. Drücken Sie X, um vom Auswahlfeld für die Vordergrundfarbe zum Feld für die Hintergrundfarbe zu wechseln.
5. Wählen Sie das Auswahlrechteck-Werkzeug, und zeichnen Sie ein Rechteck im Fensterbereich, das die beiden vertikalen Leisten einschließt. Sie können die Auswahl beim Zeichnen durch Drücken der Leertaste verschieben. Wenn Sie der Auswahl etwas hinzufügen möchten, zeichnen Sie bei gedrückter Umschalttaste einen neuen Bereich. Auf diese Weise wird der neue Bereichs zur aktuellen Auswahl hinzugefügt. Drücken Sie zum Abziehen eines Bereich von der Auswahl die Alt-Taste. Um neu zu beginnen, drücken Sie Strg+D zum Aufheben der Auswahl.
6. Drücken Sie Entf. Der Auswahlbereich wird mit der aufgenommenen Hintergrundfarbe gefüllt.
7. Wiederholen Sie diesen Vorgang für die zweite Fensterscheibe und die Bereiche des rechteckigen Rahmens oberhalb des Eingangs, die den dunklen Hintergrund des Eingangs überlappen, wie in Abbildung 3-3 gezeigt.

- Abbildung 3-3: Löschen von Teilen des Rahmens im Eingang
Retuschieren mit dem Verschieben-Werkzeug
Der nächste zu retuschierende bzw. zu reparierende Bereich befindet sich links neben dem bogenförmigen Ausschnitt oben in der Mitte des Hauses. Sie sehen dort einen dunklen Fleck und einen größeren rechteckigen Bereich mit rötlicher Färbung. Für den kleineren runden Fleck verwenden Sie eine einfache Methode, indem Sie einen Bereich genau unter diesem Fleck auswählen und dann mit dem Verschieben-Werkzeug eine Kopie des ausgewählten Bereichs über den unschönen dunkleren Fleck ziehen. Da Sie einen Bereich auswählen, der dem zu ersetzenden sehr ähnlich ist, erfolgt diese Ersetzung nahtlos.
Gehen Sie zum Retuschieren mit dem Verschieben-Werkzeug wie folgt vor:
1.Vergrößern Sie den zu reparierenden Bereich oben in der Mitte des Hauses.
2. Nehmen Sie mit dem Auswahlrechteck eine rechteckige Auswahl genau unter dem kleinen dunklen Fleck vor, wie in Abbildung 3-4 gezeigt.

- Abbildung 3-4: Vergrößerter Auswahlbereich
3. Aktivieren Sie das Verschieben-Werkzeug, und halten Sie die Alt-Taste gedrückt. Der Cursor sollte sich in zwei kleine Pfeile ändert, wodurch angezeigt wird, dass beim Verschieben der Auswahl eine Kopie erstellt wird.
4. Verschieben Sie die Auswahl über den betreffenden Bereich, und drücken Sie zum Aufheben der Auswahl die Taste D.
Das war's schon! Sie haben nun die erste einfache Retusche durchgeführt.
Retuschieren mit dem Ausbessern-Werkzeug
Das Ausbessern-Werkzeug befindet sich in der Werkzeugpalette in der Reparatur-Pinsel-Gruppe. Mit diesem Werkzeug können Sie einen Bereich reparieren, indem ein „Flicken“ mit dem Bereich verschmolzen wird. Sie können dies mit dem Ausbessern eines beschädigten Bereichs an einer Innenwand vergleichen.
Wählen Sie dazu das Ausbessern-Werkzeug aus, und zeichnen Sie dann eine Auswahl um den auszubessernden Bereich. Wie bei anderen Auswahlwerkzeugen können Sie auch hier Bereiche zur Auswahl hinzufügen oder davon abziehen.
Um genauer zeichnen zu können, können Sie die Auswahl zunächst auch mit einem der anderen Werkzeuge vornehmen und dann zum Ausbessern-Werkzeug wechseln.
Anschließend ziehen Sie die Auswahl auf einen Pixelbereich, den Sie zum Ausbessern verwenden möchten. Sie müssen die Auswahl dabei vollständig von ihrer aktuellen Position zu dem gewünschten Bereich ziehen. Wenn Ihnen diese Vorgehensweise unlogisch erscheint (da Sie den auszubessernden Bereich auswählen und diesen dann zu dem Bereich verschieben, den Sie zum Ausbessern verwenden möchten), können Sie auch die umgekehrte Vorgehensweise für das Werkzeug festlegen, indem Sie die Standardeinstellung Quelle in der Optionsleiste auf Ziel einstellen.
Beim Verschieben der Auswahl von der Quelle, um die zum Ausbessern zu verwendenden Pixel auszuwählen, mischt das Ausbessern-Werkzeug die Pixel der Quelle hinsichtlich Struktur, Farbe und Muster mit denen des Ziels. Das Werkzeug nimmt Ihnen somit die Arbeit ab, den Flicken unsichtbar erscheinen zu lassen. In den CS-Versionen wird beim Ziehen der Auswahl eine Live-Vorschau des Endergebnisses angezeigt.
1. Jetzt wissen Sie, wie dieses Werkzeug funktioniert, und können den anderen Bereich vorn am Haus wie folgt reparieren:
2. Wählen Sie das Ausbessern-Werkzeug, und ziehen Sie dann eine Auswahl um den rechteckigen rötlichen Bereich links neben dem Bogenausschnitt am Haus.
3. Verschieben Sie den Cursor des Ausbessern-Werkzeugs in den ausgewählten Bereich, und ziehen Sie ihn dann nach rechts, um diese Pixel als Quelle zu verwenden. Beim Ziehen der Auswahl werden die Änderungen sofort im ersten Auswahlbereich angezeigt, wie in der Abbildung 3-5 dargestellt.

- Abbildung 3-5: Ziehen mit dem Ausbessern-Werkzeug zum Auswählen eines Quellbereichs
4. Lassen Sie die Maustaste los. Die Ausbesserung ist fertig. Drücken Sie zum Aufheben der Auswahl die Tasten Strg+D.
Wenn Sie Lust haben, können Sie das Bild weiter retuschieren und dabei das Rechteck über der Tür sowie das hohe Gras unten im Bild entfernen. Schneiden Sie das Bild wie gewünscht zu, und speichern Sie Ihre Änderungen. Schließen Sie das Originalbild und das von Ihnen retuschierte Foto.
Retuschieren mit den Werkzeugen „Reparatur-Pinsel“ und „Kopierstempel“
Wie häufig kommt es vor, dass Ihre Bilder störende Objekte enthalten, wie z. B. Strommasten und -leitungen? Das Originalbild der Eiszapfen veranschaulicht dieses Problem deutlich und eignet sich gut zum Retuschieren.
Jedes Bild erfordert nicht nur unterschiedliche Auswahltechniken, sondern auch unterschiedliche Retuschetechniken. Manchmal müssen Sie mehr als ein Werkzeug verwenden oder eine Kombination von Werkzeugen, damit ein retuschierter Bereich möglichst unauffällig bleibt.
Sehen Sie sich das Originalbild der Eiszapfen einmal genauer an. Wie Sie sehen können, weist der blaue Himmel unterschiedliche Farbwerte auf. Da er einen relativ großen Bereich umfasst, können Sie in diesem Fall die Werkzeuge, die Sie bisher kennen gelernt haben, nur schwierig anwenden. Wenn Sie im unteren Bildbereich mit dem Ausbessern-Werkzeug experimentieren, erhalten Sie wahrscheinlich unerwartete Ergebnisse, da einige der zu entfernenden Objekte nicht vollständig isoliert sind. Zum Retuschieren dieses Bildes können Sie jedoch die Werkzeuge Reparatur-Pinsel und Kopierstempel verwenden.
Das Symbol für den Reparatur-Pinsel in der Werkzeugpalette sieht aus wie ein Pflaster. In Photoshop CS2 sehen sich die Symbole für den Reparatur-Pinsel und den neuen Bereichsreparatur-Pinsel sehr ähnlich. Das Werkzeug Reparatur-Pinsel weist jedoch keinen Halbkreis auf, wie in Abbildung 3-6 gezeigt.

- Abbildung 3-6: Werkzeuggruppe „Reparatur-Pinsel“
Das Reparatur-Pinsel-Werkzeug eignet sich gut zum Retuschieren kleinerer, isolierter Bereiche. Sie können für den Pinsel eine Größe auswählen, die etwas größer als der zu reparierende Bereich ist. Wenn Sie einen größeren Bereich bearbeiten möchten, wählen Sie dazu am besten das Ausbessern-Werkzeug.
Der Hauptunterschied zwischen dem Reparatur-Pinsel und dem Ausbessern-Werkzeug besteht in der Auswahl der als Quelle zu verwendenden Pixel. Wenn Sie den Reparatur-Pinsel verwenden, müssen Sie zunächst die Alt-Taste drücken und dann mit dem Werkzeug klicken, um den Ursprung der Quellpixel festzulegen. Wenn Sie dann, ohne die Maustaste loszulassen, pinseln oder malen, wird derselbe Ursprungspunkt verwendet.
Ziehen Sie dann die Maus, oder malen Sie über den Bereich. Dabei werden die Farb- und Helligkeitswerte sowie die Struktur oder ein Muster der Quelle mit den Zielpixeln entlang der äußeren Kante des Pinsels gemischt. Die im Zielbereich entstehende Farbe und Schattierung hängt daher direkt mit der Größe und Härte des Pinsels zusammen.
Bei einer härteren Einstellung werden in Bezug auf die Farbe weniger umgebende Pixel verwendet und bei einer weicheren Einstellung entsprechend mehr. Diese Einstellungen können auf der Optionsleiste im Pinselmenü geändert werden.
Üben Sie nun die Verwendung des Reparatur-Pinsels, indem Sie wie nachfolgend beschrieben den Strommast und die -leitungen aus dem Bild entfernen:
1. Laden Sie das Bild Icicle.jpg herunter und öffnen Sie es, und wählen Sie dann Bild > Bild duplizieren.
2. Speichern Sie die Datei unter dem Namen WinterIcicle.psd. Lassen Sie die Originaldatei zu Referenzzwecken geöffnet.
3. Vergrößern Sie den unteren Bereich des Bildes, indem Sie mit dem Zoom-Werkzeug ein Rechteck darum ziehen.
4. Wählen Sie das Pipetten-Werkzeug, und führen Sie es auf den Bereich über der Stromleitung rechts im Bild. Beachten Sie, dass der blaue Farbwert relativ konstant ist und sich dieser Bereich daher gut als Quellpixel eignet.
5. Wählen Sie den Reparatur-Pinsel, und verschieben Sie ihn zur Stromleitung rechts im Bild.
Stellen Sie in Photoshop CS2 sicher, dass Sie das Reparatur-Pinsel-Werkzeug und nicht das Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeug auswählen.
6. Wählen Sie eine Pinselgröße aus, die nur ein wenig größer ist als das zu löschende Objekt. Durch Drücken und Loslassen der rechten eckigen Klammer (]) können Sie die Pinselgröße in kleinen Schritten vergrößern und mit der linken eckigen Klammer ([) entsprechend verkleinern. Wenn Sie die Tasten gedrückt halten, können Sie die Pinselgröße in größeren Schritten ändern. Sie werden feststellen, dass sich diese Methode sehr gut zum Ändern der Pinselgröße eignet, ohne dass Sie die Optionsleiste verwenden müssen.
7. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, und klicken Sie in einen blauen Bereich oberhalb der Stromleitung, um diese Pixel als Quelle zu verwenden. Wie Sie sehen, ändert sich der Cursor in ein Pluszeichen (+) innerhalb eines Kreises.
8. Ziehen Sie den Pinsel, und malen Sie über die Stromleitung. Achten Sie darauf, dass Sie dabei den Eiszapfen nicht berühren, da mit dem Reparatur-Pinsel die Pixel am äußeren Rand des Pinsels und nicht direkt an der Pinselspitze gemischt werden. Wundern Sie sich nicht, wenn die Ausbesserung während des Malens noch nicht richtig aussieht. Das Endergebnis wird erst sichtbar, wenn Sie die Maustaste loslassen.
9. Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, klicken Sie unterhalb der zweiten Stromleitung auf der rechten Seite, und übermalen Sie die Stromleitung. Wenn Sie in die Nähe der Äste kommen, können Sie ggf. die Alt-Taste drücken und oberhalb der Stromleitung klicken, um die Quellpixel zu ändern. Während des Malvorgangs können Sie die Quelle der Pixel so oft ändern, wie Sie möchten.
Damit Sie den Reparatur-Pinsel effektiv auf die Stromleitung links anwenden können, muss sie vom Transformator abgetrennt und isoliert werden. Verwenden Sie hierzu das Kopierstempel-Werkzeug. Bevor Sie damit beginnen, sollten Sie mehr über das Kopierstempel-Werkzeug erfahren. In der Abbildung 3-7 ist das Kopierstempel-Werkzeug in der Werkzeugpalette dargestellt.

- Abbildung 3-7: Kopierstempel-Werkzeug
Der Name des Werkzeugs und sein Symbol geben bereits einen Hinweis auf seine Funktion. Mit dem Wort „Kopieren“ hängt auch das Wort „identisch“ eng zusammen. Die Funktion lässt sich wie folgt durch ein anderes praktisches Beispiel erläutern: Sie haben eine Wand in einem Zimmer Ihres Hauses mit einer bestimmten Tapete tapeziert. Sie haben von dieser Tapete noch etwas übrig. Sie möchten nun eine andere Wand desselben Zimmers tapezieren, sodass sie der anderen Wand genau entspricht. Dazu verwenden Sie die übrig gebliebene Tapete und tapezieren damit die andere Wand. Auf die gleiche Weise verwendet das Kopierstempel-Werkzeug die Pixel des Quellbereichs und platziert die gleichen Pixel in einem anderen Bereich. Die Pixel werden nicht mit denen im Zielbereich gemischt.
Wie beim Reparatur-Pinsel müssen Sie auch bei diesem Werkzeug die Alt-Taste drücken und klicken, um die Quelle der Pixel zu bestimmen. Dieser Vorgang wird manchmal auch als „Aufnehmen“ bezeichnet. Sie können die Größe und Härte des Kopierstempel-Werkzeugs ändern; sowohl mit dem Kopierstempel- als auch mit dem Reparatur-Pinsel-Werkzeug können Quellpixel aus einer Bilddatei aufgenommen und in eine andere geöffnete Bilddatei eingefügt werden.
Verwenden Sie nun das Kopierstempel-Werkzeug zum Isolieren des Bereichs mit dem Transformator.
1. Wählen Sie das Kopierstempel-Werkzeug aus, drücken Sie die Alt-Taste und klicken Sie genau über der Stromleitung links neben dem Eiszapfen, um den Pixelursprung zu bestimmen. Mit den Tasten für die rechte oder linke eckige Klammer können Sie die Größe des Kopierstempels ändern, oder Sie können dazu die Optionsleiste verwenden.
2. Kopieren Sie die Pixel, um die Verbindung zwischen der Stromleitung und dem Transformator bzw. dem Eiszapfen zu unterbrechen, wie in Abbildung 3-8 dargestellt.

- Abbildung 3-8: Verwenden des Kopierstempel-Werkzeugs zum Isolieren von Bildteilen
3. Wechseln Sie zurück zum Reparatur-Pinsel, drücken Sie die Alt-Taste und klicken Sie, um die Quelle der Pixel zu bestimmen, und übermalen Sie dann die abgetrennten Stromleitungen.
4. Isolieren Sie andere, größere Bildteile mit dem Kopierstempel-Werkzeug, und verwenden Sie dann das Ausbessern-Werkzeug. Achten Sie bei der Verwendung des Ausbessern-Werkzeugs darauf, dass der Auswahlbereich nicht die Kanten des Bildes berührt, das Sie entfernen. In Abbildung 3-9 ist der isolierte Transformatorbereich mit dem Auswahlrahmen des Ausbessern-Werkzeugs um ihn herum dargestellt. Verschieben Sie die Auswahl zum Bestimmen der Quellpixel nach oben.

- Abbildung 3-9: Mit dem Ausbessern-Werkzeug können große Bereiche gelöscht werden
5. Verwenden Sie zum Abschließen der Retusche das Kopierstempel-Werkzeug, um die Pixel am unteren Rand des Bildes zu kopieren und die Äste von der Bildkante zu trennen. Entfernen Sie mit dem Ausbessern-Werkzeug die restlichen Äste am unteren Bildrand.
6. Zeigen Sie im letzten Schritt das Bild mit einer Vergrößerung von 100 % an, indem Sie auf die Schaltfläche Tatsächliche Pixel des Zoom-Werkzeugs klicken oder Strg+Alt+ 0 (Null) drücken. Retuschieren Sie das Bild weiter, falls notwendig.
7. Speichern Sie die Änderungen, und schließen Sie die bearbeitete Datei und die Originaldatei.
Retuschieren von Flecken
Nachdem Sie nun im Umgang mit dem Reparatur-Pinsel geübt sind, möchten Sie möglicherweise einen Pinsel für kleinste Bereiche verwenden, z. B. Staubkörner, ohne dass Sie die Alt-Taste drücken und klicken müssen. In Photoshop CS2 ist genau dies mit dem neuen Werkzeug Bereichsreparatur-Pinsel möglich.
Wenn Sie eine ältere Version von Photoshop verwenden, müssen Sie weiterhin den Reparatur-Pinsel oder eine andere Methode zum Entfernen von Flecken aus Ihren Bildern verwenden.
Der Bereichsreparatur-Pinsel funktioniert genauso wie der Reparatur-Pinsel, mit dem Unterschied, dass Sie nicht zuerst zum Bestimmen der Quellpixel klicken müssen. Das Symbol des Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeugs ist ein kleiner Halbkreis, und das Werkzeug befindet sich direkt neben dem Reparatur-Pinsel-Werkzeug. Dieses Werkzeug eignet sich optimal für kleine Bereiche, wie beispielsweise Staubkörner oder kleine Unreinheiten in einem Gesicht, und außerdem lässt sich damit viel Zeit sparen – mit nur einem Mausklick ist der Fleck weg! Stellen Sie sicher, dass die Pinselgröße nur ein klein wenig größer als der zu entfernende Fleck ist.
Sie verwenden den Bereichsreparatur-Pinsel zum Entfernen der kleinen Flecken im Hintergrund des Originalbilds der getrockneten Blumen.
Setzen Sie alle Werkzeugoptionen zurück, oder setzen Sie die Einstellungen beim nächsten Öffnen von Photoshop auf die Standardeinstellungen zurück.
So verwenden Sie das Bereichsreparatur-Pinsel-Werkzeug:
1. Laden Sie die Datei PressedFlowers.jpg herunter, öffnen Sie sie, und erstellen Sie eine Kopie.
2. Speichern Sie die kopierte Datei unter dem Namen PressedFlowers.psd.
3. Vergrößern Sie die Ansicht des Bildes und verschieben Sie es, um die kleinen Flecken auf dem Hintergrund und auf der unteren gelben Blume besser sehen zu können. Drücken Sie H oder die Leertaste, um das Hand-Werkzeug zu aktivieren und sich so auf einfache Weise im Bild bewegen zu können.
4. Wählen Sie den Bereichsreparatur-Pinsel, und klicken Sie auf die einzelnen Flecken, um sie zu löschen.
Restaurieren eines Fotos und einer Vignette
Eine alte Fotografie, die restauriert werden muss, ist ein ideales Objekt zum Üben der Retuschefertigkeiten, die Sie bis jetzt erlernt haben. Hierbei werden Sie feststellen, dass das Restaurieren von Fotos viel Zeit und Mühe kosten kann.
In diesem Teil der Lektion erstellen Sie eine Vignette. Damit Sie beim Zuschneiden der eingerissenen linken Kante eine bessere Kontrolle haben, deaktivieren Sie die Ausrichtungsfunktion (wählen Sie Ansicht > Nicht ausrichten). Sie können diese Funktion jederzeit wieder aktivieren. Sie eignet sich sehr gut zum Positionieren und Ausrichten von Objekten.
Gehen Sie zum Erstellen einer Vignette wie folgt vor:
1. Laden Sie die Datei AntiquePhoto.jpg herunter, öffnen Sie sie, und erstellen Sie eine Kopie.
2. Speichern Sie die kopierte Datei unter dem Namen AntiquePhoto.psd. Schließen Sie die Originaldatei.
3. Doppelklicken Sie in der Ebenenpalette auf die Hintergrundebene, und klicken Sie dann im Dialogfeld Neue Ebene auf OK.
4. Aktivieren Sie die Auswahlellipse, und setzen Sie ggf. die Werkzeugoptionen zurück.
5. Legen Sie auf der Optionsleiste einen Weiche-Kante-Wert von 15 fest.
6. Zeichnen Sie eine Auswahlellipse, wie in Abbildung 3-10 dargestellt. Stellen Sie sicher, dass sich die Oberkante der Ellipse aufgrund der Breite der weichen Kante nicht zu weit über dem Kopf befindet. Drücken Sie die Alt-Taste, um von der Mitte nach außen zu zeichnen. Sie können auch die Leertaste drücken, um die Form beim Zeichnen zu verschieben. Lassen Sie die Maustaste los, bevor Sie die Tasten loslassen.

- Abbildung 3-10: Auswahl mit der Option „Weiche Kante“
7. Erstellen Sie eine neue Dokumentdatei, die mindestens so groß ist wie die geöffnete Datei.
8. Wählen Sie das Verschieben-Werkzeug, und ziehen Sie das ausgewählte Bild in das neue Dokumentfenster.
9. Wählen Sie im neuen Dokumentfenster in der Ebenenpalette die Hintergrundebene, um sie zu aktivieren.
10. Wählen Sie Auswahl > Alles auswählen (Strg+A), um einen Rahmen hinzuzufügen. Sie lernen eine neue Methode zum Hinzufügen eines Rahmens kennen, indem Sie eine Kontur auf den Auswahlrahmen anwenden.
11. Wählen Sie das Pipetten-Werkzeug, und wählen Sie dann aus dem Bild eine Farbe für den Rahmen aus. Sie erzielen dasselbe Ergebnis, wenn Sie auf das Auswahlfeld für die Vordergrundfarbe doppelklicken und dann eine Farbe im Farbwähler auswählen.
12. Wählen Sie Bearbeiten > Kontur füllen. Die gerade ausgewählte Farbe wird im Farbfeld angezeigt.
13. Legen Sie die Breite des Rahmens fest. In diesem Beispiel sind für die Breite 15 Pixel festgelegt.
14. Die fertige Vignette sollte in etwa der Abbildung 3-11 entsprechen. Speichern Sie die neue Datei unter PhotoVignette.psd, und schließen Sie beide Dateien.

- Abbildung 3-11: Vignette des antiken Fotos mit Rahmen
Sie haben nun einige Retuschewerkzeuge kennen gelernt. Experimentieren Sie selbst mit den übrigen Werkzeugen in der Retuschieren-Gruppe, die nicht im Rahmen dieses Kurses behandelt werden. Dazu gehören die Werkzeuge Weichzeichnen, Scharfzeichnen, Wischfinger, Abwedler, Nachbelichter und Schwamm. Photoshop CS2 verfügt außerdem über ein neues Rote-Augen-Werkzeug in der Werkzeuggruppe des Reparatur-Pinsels. Weitere Informationen über diese Werkzeuge erhalten Sie in der Hilfe zu Photoshop.
Grundlagen der Farbtheorie
In den letzten beiden Abschnitten dieser Lektion werden die Themen Farbe und Farbkorrektur erläutert. Es wird auf einige Grundlagen der Farbtheorie eingegangen, und Sie lernen, einfache Farbkorrekturen vorzunehmen. Darüber hinaus lernen Sie die Einstellungsebene kennen.
Öffnen Sie in Photoshop den Farbwähler, indem Sie auf das Auswahlfeld für die Vordergrundfarbe doppelklicken. Beachten Sie die vier Bereiche unten rechts mit Zeichen und Werten sowie das große Farbfeld links, wie in Abbildung 3-12 dargestellt.

- Abbildung 3-12: Farbwähler
Diese Bereiche stellen die von Photoshop unterstützten Farbmodi dar, die auf bestimmten Farbmodellen basieren. Bei einem Farbmodell handelt es sich um die Beschreibung von Farben anhand von numerischen Werten. Die vier im Farbwähler angezeigten Farbmodi sind RGB, HSB, CMYK und LAB. Die Buchstaben der ersten drei Modi stehen für Rot, Grün, Blau bzw. Farbton (Hue), Sättigung (Saturation), Helligkeit (Brightness) sowie Zyan, Magenta, Gelb, Schwarz.
Das LAB-Farbmodell wird im Rahmen dieses Kurses nicht behandelt. Weitere Informationen zum LAB-Farbmodell finden Sie in der Hilfe zu Photoshop.
Alle digitalen Bilder liegen zunächst im Farbmodus RGB vor; dies ist auf die Art und Weise zurückzuführen, in der Digitalkameras, Scanner und digitale Videogeräte Licht in seine RGB-Komponenten konvertiert. Daher müssen Sie ein RGB-Bild zum Erzielen unterschiedlicher Ausgabetypen in einen anderen Farbmodus konvertieren.
Die Farbmodi CMYK und LAB werden hauptsächlich beim Drucken von Publikationen auf professionellen PostScript-Druckern und -Druckerpressen verwendet. Beim Vierfarbendruck wird das Bild durch Punkte in den vier Farben (CMYK) erzeugt. Es können auch spezielle vorgemischte Farben verwendet werden. Diese Standardfarben werden als „Pantone Matching System“ bezeichnet. Wenden Sie sich bezüglich der Farbmodusanforderungen für einen bestimmten Druckauftrag an Ihren Druckdienstleister. Wenn die Bilder im CMYK-Farbmodus vorliegen müssen, lässt sich dies in Photoshop auf einfache Weise bewerkstelligen.
Im Folgenden sind die Schritte zum Konvertieren eines RGB-Bildes in CMYK aufgeführt:
1. Öffnen Sie ein digitales Bild. Beachten Sie, dass in der Titelleiste „RGB“ angezeigt wird.
2. Wählen Sie Bild > Modus > CMYK-Farbe.
So einfach ist die Konvertierung von RGB in CMYK! Möglicherweise haben Sie einen Farbunterschied bemerkt, da Photoshop die Druckfarben auf dem RGB-Monitor simuliert.
Die Farbe der auf dem Bildschirm angezeigten Bilder wird durch unterschiedliches Licht erzeugt, wohingegen die Farben für gedruckte Bilder mit Druckfarben erzeugt werden. Diese Farbunterteilung wird als „Lichttheorie“ additiver Farben und als „Pigmenttheorie“ subtraktiver Farben bezeichnet.
Das RGB-Farbmodell basiert auf dem additiven Farbmodell. Gleiche Teile von Rot, Grün und Blau werden gemischt und ergeben so Weiß. Das Gegenteil geschieht beim CMYK-Modus, der auf dem subtraktiven Farbmodell basiert. Bei diesem Modell ergibt die Mischung aller Farben Schwarz.
Der Farbbereich des RGB-Farbmodus basiert auf dem Spektrum sichtbaren Lichts. Der Farbregler im Farbwähler stellt das Farbspektrum dar. Das Farbspektrum kann auch als Farbkreis dargestellt werden. In Abbildung 3-13 ist der Farbkreis des RGB-Modus dargestellt.

- Abbildung 3-13: RGB-Farbkreis
Beachten Sie die Position der Farben im Farbkreis. Hierdurch wird die Beziehung der Farben und ihrer Komplementärfarben deutlich. Zyan ist beispielsweise die Komplementärfarbe zu Rot, und Zyan ergibt sich aus den beiden angrenzenden Farben Blau und Grün. Beachten Sie, dass es sich hierbei um das additive Farbmodell handelt, das sich vom Pigmentmodell unterscheidet.
Um zu verstehen, wie dies in Photoshop zum Tragen kommt, öffnen Sie eines Ihrer Bilder. Wählen Sie Bild > Anpassen > Farbbalance. Im Dialogfeld Farbbalance wird die Wechselbeziehung der Komplementärfarben angezeigt.
Wie Sie bereits wissen, wird Farbe in den Farbmodellen durch einen numerischen Wert repräsentiert. Dadurch wird dem Computer die Arbeit mit Farbdaten ermöglicht. Jedes Pixel auf dem Bildschirm hat einen Wert für eine der drei Farben des RGB-Modells. Der Zahlenbereich reicht von 0 bis 255. Beim additiven Farbmodell stellt Schwarz die Abwesenheit von Farbe dar, sodass dessen Wert 0 ist. Weiß stellt alle Farben dar, daher lautet der Wert 255. Fünfzig Prozent aller Farben ist ein Mittelgrau.
Die RGB-Werte einer Farbe werden in der Regel durch die Buchstaben „RGB“ und den Wert angegeben. Ein Farbwert im RGB-Modus wird durch die drei Farbwerte dargestellt. Der Wert für Zyan lautet beispielsweise „RGB (0, 255, 255)“, wie in der Farbpalette dargestellt. Die gleichen Daten werden im RGB-Abschnitt im Farbwähler angezeigt.
Die anderen für die Farbkorrektur in Photoshop relevanten Farbmodelle sind HSB und HSL. Beim HSB-Modell werden die Farben basierend auf Farbton, Sättigung und Helligkeit (im Sinne von „Brightness“) dargestellt. Das HSL-Modell ist eine Variante des HSB-Modells und basiert auf Farbton, Sättigung und Helligkeit (im Sinne von „Lightness“). Der Unterschied zwischen diesen Modellen ist der, dass „Lightness“ auf linearen Änderungen der Helligkeit einer Farbe basiert, „Brightness“ im HSB-Modell dagegen auf nicht-linearen Änderungen. In Photoshop wird das HSB-Farbmodell im Farbwähler angezeigt.
Farbton ist die Bezeichnung der Farbe, zum Beispiel „Rot“. Sättigung bezeichnet, wie kräftig oder rein eine Farbe ist, und Helligkeit, wie hell oder strahlend sie ist.
Gehen Sie wie folgt vor, um zu sehen, wie sich das Farbfeld im Farbwähler ändert, wenn Sie die einzelnen Elemente des HSB-Farbmodells auswählen:
1. Öffnen Sie ein beliebiges Bild.
2. Nehmen Sie mit dem Pipetten-Werkzeug eine Farbe auf.
3. Doppelklicken Sie zum Öffnen des Farbwählers auf das Farbfeld für die Vordergrundfarbe. In Abbildung 3-17 wird der Farbton einer blauen Farbe dargestellt.
4. Wählen Sie die Sättigungsoption (mit der Beschriftung „S“). Im Farbfeld werden alle Farbtöne angezeigt, wobei die höchste Sättigung oben und die geringste unten im Feld angezeigt wird, wie in Abbildung 3-14 gezeigt.

- Abbildung 3-14: Sättigungs-Farbfeld
5. Wählen Sie die Helligkeitsoption (mit der Beschriftung „B“). Im Farbfeld werden alle Farbtöne mit der maximalen Helligkeit am oberen Rand und der minimalen Helligkeit am unteren Rand des Feldes angezeigt.
6. Schließen Sie den Farbwähler.
In Photoshop verfügt das Dialogfeld Farbton/Sättigung über Einstellungen für HSL.
Sie wissen nun mehr über die Grundlagen der Farbtheorie. Im Anschluss können Sie sich jetzt mit der Farbkorrektur vertraut machen.
Farbkorrektur
Zum Verbessern eines Bildes können Sie nicht nur die zu Beginn dieser Lektion erlernten Retuschiermethoden verwenden, sondern auch Farbkorrekturen vornehmen. Normalerweise empfiehlt es sich, die Farbkorrektur vor dem Retuschieren eines Bildes vorzunehmen, aber dies ist keine strikte Regel. Sie erfahren im Folgenden mehr über einige Korrekturmöglichkeiten und lernen die folgenden Funktionen der Einstellungsebene kennen:
- Helligkeit und Kontrast mit der Tonwertkorrektur
- Farbton und Sättigung
- Farbbalance
Die Helligkeits- und Kontrastkorrektur (Bild > Anpassen > Helligkeit/Kontrast) lässt sich einfach verwenden und funktioniert für einige Bilder sehr gut. Gehen Sie beim Anpassen des Kontrasts jedoch vorsichtig vor, da sich die Änderungen auf das gesamte Bild auswirken. Da Sie den gesamten Ton des Bildes anpassen, wäre es besser, wenn Sie jeweils nur einen bestimmten Bereich von Tönen (Lichter, Mitteltöne und Tiefen) anpassen könnten. Dies ist mit der Tonwertkorrektur möglich.
Bei einem optimalen Tonbereich für ein Bild sollte der Betrachter Details in den Mitteltönen und Tiefen erkennen können, wodurch das Bild Tiefe erhält. Bei einem zweidimensionalen Objekt, wie z. B. ein Foto, wird der Eindruck von Tiefe und Dreidimensionalität durch den Tonbereich erzeugt. Ein Bild wird als „flach“ bezeichnet, wenn es keinen breiten Tonbereich mit Details in den Mitteltönen und Tiefen aufweist, das ihm einen dreidimensionalen Eindruck verleiht.
Wenn Sie Farbkorrekturen durchführen möchten, sollten Sie die Verwendung einer speziellen Ebene kennen lernen: die Einstellungsebene. Diese Ebene umfasst nur die Farbdaten und nicht die eigentlichen Pixel des Bildes. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, verschiedene Korrekturen auszuprobieren, ohne dass sie direkt auf die Pixel angewendet und wieder umständlich rückgängig gemacht werden müssen. Wenn Sie die Ebenen zusammenfügen oder reduzieren, werden die Korrekturen auf die eigentlichen Pixel angewendet.
Gehen Sie wie folgt vor, um Einstellungsebenen zu erstellen und die Helligkeit, den Farbton sowie die Farbbalance eines Bildes anzupassen:
1. Laden Sie die Datei OldBuilding-rev.jpg herunter, öffnen Sie sie, und setzen Sie alle Werkzeugoptionen zurück.
2. Wählen Sie Bild > Bild duplizieren, und speichern Sie die Datei dann unter OldBuilding-working2 im PSD-Format.
3. Wählen Sie Ebene > Neue Einstellungsebene, oder klicken Sie auf die Schaltfläche Neue Einstellungsebene unten in der Ebenenpalette, und wählen Sie Tonwertkorrektur. Klicken Sie ggf. auf OK. Das Dialogfeld Tonwertkorrektur wird aufgerufen, wie in Abbildung 3-15 gezeigt.

- Abbildung 3-15: Dialogfeld „Tonwertkorrektur
4. Verschieben Sie das weiße Dreieck unter dem Histogramm (dem Diagramm) nach links, bis es sich auf einer Höhe mit der höchsten Spitze befindet, und beobachten Sie die Änderungen im Bild.
Durch das Verschieben des weißen Dreiecks passen Sie die Lichter an. Mit dem mittleren Dreieck werden die Mitteltöne und mit dem schwarzen Dreieck die Tiefen angepasst.
5. Drücken Sie zum Rückgängigmachen der Änderungen die Alt-Taste, und klicken Sie auf Zurück. (Die Schaltfläche Abbrechen ändert sich beim Drücken der Alt-Taste in die Schaltfläche Zurück.) Experimentieren Sie mit den Reglern, um die Tonwertänderungen im Bild zu beobachten. Wenn Sie mit den Änderungen zufrieden sind, klicken Sie auf OK.
Auf einem Macintosh wird das korrigierte Beispielbild möglicherweise zu hell angezeigt, da Bilder auf einem an einen Macintosh angeschlossenen Monitor heller angezeigt werden als auf einem an einen Windows-Computer angeschlossenen Monitor.
6. Um die Tonwerte des Originalbilds mit denen des korrigierten Bildes zu vergleichen, klicken Sie auf das Symbol für die Ebenensichtbarkeit (das Augensymbol) links neben der Tonwertkorrektur-Ebene, um die Ebene zu deaktivieren und das Original anzuzeigen.
7. Schließen Sie die Datei, ohne die Änderungen zu speichern.
Sie verwenden nun die Farbton/Sättigungskorrektur als eine Möglichkeit, die Farben (den Farbton) des Bildes schnell zu ändern. Sie verwenden dazu das Bild mit den Heißluftballons aus der vorherigen Lektion.
8. Öffnen Sie das Bild mit den Heißluftballons aus Lektion 2. Überprüfen Sie, dass sich die kleineren Ballons noch auf separaten Ebenen befinden. Wenn dies nicht der Fall ist, wählen Sie einen Ballon mit einer Auswahlmethode aus.
9. Um einen der kleineren Ballons auf einer Ebene auszuwählen, halten Sie die Strg-Taste gedrückt und klicken auf die Miniatur der Ebene.
10. Wählen Sie Ebene > Neue Einstellungsebene, und wählen Sie dann Farbton/Sättigung. Die Einstellungsebene wird über der aktuellen Ebene hinzugefügt.
11. Verschieben Sie den Farbton-Regler nach links oder rechts, und beobachten Sie die Farbänderungen des Ballons.
12. Wiederholen Sie den Vorgang, bis auch die kleineren Ballons eingefärbt sind. Stellen Sie sicher, dass Sie die Ebene für jeden Ballon auswählen. Verwenden Sie für einen der Ballons den Sättigungs-Regler so, dass er nicht mehr farbig ist, sondern nur noch in Grautönen angezeigt wird.
13. Wählen Sie Datei > Speichern unter, und speichern Sie die Datei unter MultiColorsBalloon.
Sie wissen jetzt mehr über die Beziehungen zwischen den Farben und können die Farbbalance korrigieren. Beim Korrigieren der Farbbalance von Bildern sollten Sie die Farben so verschieben, dass sie neutralisiert werden. Wenn ein Bild zum Beispiel einen magentafarbenen Stich aufweist, verschieben Sie den Regler in Richtung der Komplementärfarbe, um die beiden Farben auzubalancieren bzw. zu neutralisieren.
So nehmen Sie eine einfache Korrektur der Farbbalance vor:
1. Öffnen Sie das Vignettenbild. Stellen Sie sicher, dass alle Werkzeugoptionen zurückgesetzt sind.
2.Um die Ebene mit dem Porträt auszuwählen (Ebene 1), halten Sie die Strg-Taste gedrückt und klicken auf die Miniatur in der Ebenenpalette. Stellen Sie sicher, dass Ebene 1 die aktive Ebene ist, indem Sie auf den Namen der Ebene klicken.
3. Wählen Sie Ebene > Neue Einstellungsebene, und wählen Sie dann Farbbalance. Die Ebene wird über Ebene 1 hinzugefügt.
4. Erhöhen Sie im Dialogfeld Farbbalance den Farbtonwert für Gelb, indem Sie den Regler bis ca. - 50 nach links ziehen und dann auf OK klicken. In der Regel ist ein Bild mit wärmeren Farbtönen (Gelb, Rot und Magenta) ansprechender.
5. Klicken Sie auf das Symbol für die Ebenensichtbarkeit (das Augensymbol) links neben der Einstellungsebene, um die Ebene zu deaktivieren. Vergleichen Sie das Vorher- und Nachher-Bild.
6. Sie können dann ggf. Datei > Speichern unter wählen und die Datei unter einem neuen Namen speichern.
Sie haben nun einige der zahlreichen Techniken zur Farbkorrektur kennen gelernt. Mit diesem Wissen können Sie die Bildbearbeitung aus einer ganz anderen Perspektive betrachten. Jetzt können Sie sich Ihren eigenen Bilder widmen und aus schönen Fotos großartige Bilder machen.
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