Serifen
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Serifen (aus dem französischen Füßchen oder auch Schraffe genannt) sind der typografische Fachbegriff für den Endstrich bei den meisten Antiquaschriften. Es handelt sich um mal mehr, mal weniger feinen Linien, die einen Buchstabenstrich am Ende, quer zu seiner Grundrichtung abschließen. Allgemein kann man sagen, dass Serifen die Leserlichkeit gedruckter Texte verbessern, da bei längeren Texten und Zeilen, sowie Zeilen mit geringem Abstand, die Buchstaben nicht so sehr miteinander verschwimmen.
Fließtexte werden also meistens in einer Serifenbetonten Schrift gedruckt. Die besonders gute Lesbarkeit soll dabei vor allem durch Betonung von Grund -und Mittellinie einer Schrift durch die Serifen zustandekommen. Serifenlose Schriften werden dagegen meistens für kurze Texte und Überschriften eingesetzt.
Bei VGA- und LCD-Bildschirmen gilt diese Erkenntnis aus der Print-Lesbarkeitsforschung allerdings nicht. Denn aufgrund der geringen Auflösungen handelsüblicher Monitore und der damit mangelhaften Darstellung der Serifen, sind Screen-Schriften ohne Serifen, beispielsweise die Verdana von M. Carter, in Schriftgraden von 8 bis 12 Pixel deutlich schneller lesbar, als Screen- und Druckschriften mit Serifen in gleicher Versalhöhe.
[bearbeiten] Serifenformen
Durch Analyse von Stärke und Form der Serifen können Schriften in verschiedene Klassen eingeordnet werden. Über viele Jahrhunderte hat sich das Aussehen der Serifen immer wieder geändert. Waren sie in der Renaissance–Antiqua noch dick und der Übergang zum Buchstabenstrich sehr rund, wurden die Strichstärkenkontraste in der Barock-Antiqua schon deutlich ausgeprägter, die Serifen dadurch gerader und zarter. Bei der klassizistischen Linear-Antiqua waren von den Serifen nur noch feine, völlig waagerechte Striche ohne Übergang zum Hauptstrich übrig.
Mit Aufkommen der Industrialisierung Anfang des 19. Jahrhunderts kehrte sich die Entwicklung um: Für Reklame und Plakate erfand man die Egyptienne oder Serifenbetonte Linear-Antiqua. Bei diesen Schriften gibt es (fast) keinen Strichstärkenkontrast mehr, dadurch wurden die Serifen ebenso stark ausgeprägt wie Grund- und Haarstriche. Diese Schriften waren die klassischen Schreibmaschinen-Schriften.
Ebenfalls Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte man serifenlose Schriften, die so genannte Grotesk oder serifenlose Linear-Antiqua. Die serifenlosen Schriften haben sich ab Anfang des 20. Jahrhunderts einen festen Platz in der Typografie erarbeitet.
[bearbeiten] Abhängigkeit der Form von der Technik
Zum Teil ist die Form der Serife technisch bedingt. Wenn der Buchstabe dadurch entsteht, dass vom Stempel-Schneider das umgebende Material entfernt wird, entstehen, bedingt durch die Form des Schneidewerkzeuges und die Art des Schnitts, abgerundete Ecken am Übergang von der Serife zum angrenzenden Strich. Wenn der Buchstabe herausgeschnitten, gestochen wird, entsteht zum Beispiel ein scharfer rechter Winkel. Auch feinere Linien sind möglich. Die Buchstaben sehen »wie gestochen« aus. Beim Computerdruck ergeben sich wiederum andere Bedingungen. Jede beliebige Form ist prinzipiell möglich, aber es gibt Grenzen durch die begrenzte Auflösung
zum Beispiel durch die Rasterung des Bildschirms oder durch das Druckerraster.
[bearbeiten] Groteskschrift
Die Groteskschrift, auch serifenlose (Sans Serif) Linear-Antiqua genannt, leitet sich aus der Antiqua ab. Serifenlose Schriften waren im frühen 19. Jahrhundert während der Industrialisierung in England als plakative Anzeigenschriften sehr beliebt. Hundert Jahre später erlebten sie mit dem Bauhaus und der Futura von Paul Renner auch hierzulande ihren endgültigen Durchbruch. Grotesk-Schriften bestehen aus einfach gehaltenen Buchstaben und finden daher heute vor allem Anwendung in der Werbung, im Webbereich und für Beschilderungssysteme.
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